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Kohlgemüse braucht Ghee und Asafötida

Kohlgemüse ist ein wichtiger Baustein des winterlichen Ayurveda-Speiseplans und wird aufgrund seiner kräftigenden, entzündungshemmenden und immunfördernden Qualitäten sehr geschätzt. Doch leider ist es für das Verdauungsfeuer nicht einfach, an die guten Vitalstoffe heranzukommen. Eher dominieren die schweren und blähenden Eigenschaften. Hier helfen die richtigen Fette und Gewürze in der Zubereitung.

Im Winter ist Kohl nicht aus unserer Ernährung wegzudenken. Ob Weißkraut, Rotkraut, Spitzkraut, Wirsing, Chinakohl, Rosenkohl, Grünkohl… Die Auswahl der winterlichen Kohlgemüse ist so groß, dass man jeden Wochentag ein anderes essen kann, ohne sich zu wiederholen. Dies entspricht einerseits ganz den ayurvedischen Ernährungsgrundsätzen – die eine jahreszeitenbezogene und regionale Auswahl der Gemüse empfehlen – und andererseits kann uns der viele Kohl echt auf den Darm schlagen. Denn durch seine schweren, trockenen, zusammenziehenden und kalten Eigenschaften kann er selbst bei robusten Verdauungstypen Blähungen und Bauchkrämpfe erzeugen.

Hier helfen zum Ausgleich genügend Fett – am besten Sesamöl oder Ghee – bei der Zubereitung, sowie genügend Salz und etwas Zitronensaft. Diese gleichen beim mitkochen die trockenen und kalten Eigenschaften am besten aus und helfen damit, den Kohl besser zu verdauen.

Macht schweres Essen leicht.

Hinzu kommen dann noch die wichtige Gewürze, die bei keinem Kraut fehlen sollten: Ganz oben auf der Liste stehen Hing (Asafötida) und Cumin (Kreuzkümmel). Beide haben die Eigenschaft, schwere Speisen leicht zu machen und das Agni in seinem Verdauungsprozess zu unterstützen. Speziell Hing ist mit seiner heißen, öligen und spitzen Qualität die optimale Beigabe für jedes ausgewogene Kohlgericht.

Als weitere leckere Gewürzzugaben zur blähungsfreien Krautzubereitung sollten auch Ajwein, Senfsamen, Zimt, Ingwer und Pfeffer nicht fehlen.

Vermeiden sollten wir die Zugabe von Kurkuma. Dieses sonst für alle Lebenslagen und Kochrezepte empfehlenswerte Pulver der Gelbwurz verfügt über einen ausgeprägt zusammenziehenden Geschmack, was die trockenen und schweren Eigenschaften des Kohls verstärken würde. So sollten wir diesen nur sehr sparsam verwenden, es sei denn im Sauerkraut.

Die alte Tradition, Sauerkraut einzumachen und auch Rotkraut mit Apfel und Essig süß-sauer zuzubereiten, entspricht ebenfalls ganz den ayurvedischen Zubereitungsempfehlungen. Durch die Säure wird der Kohl Vata-verträglicher. Doch auch hier sollten die verdauungsfördernden Gewürze zugegeben werden: Besonders gut schmeckt die Mischung von Kreuzkümmel, Ingwer, Pfeffer sowie etwas Hing, Kurkuma und am Schluss etwas Joghurt im Sauerkraut.

Ebenfalls wichtig ist die Zusammenstellung des ayurvedischen Kohl-Menüs: So verstärken Kraut und Linsen ihre trockenen, zusammenziehenden und schwer verdaulichen Eigenschaften und sind für den gemeinsamen Verzehr eine echte Herausforderung. Statt Dal passen also besser süße, weiche und ölige Beilagen, wie Kartoffelgratin oder -Püree mit genügend Ghee oder Sahne zubereitet und mit einem süß-sauren Dessert und Chutney abgerundet. Bei so einem reichhaltigen Menü kann man nur sagen: Glücklicherweise ist es Winter und unser Organismus ist in der Lage all dies als Schutz vor Auszehrung, Grippe und Krankheitsanfälligkeit zu verwerten. Doch die nächste Entschlackungskur im Frühjahr kommt bestimmt….

Eine kleine Gewürzauswahl: Zimt, Kreuzkümmel, Muskatnuss, Ingwer ...

Gewürze sind für die Verdauung und den Geschmack sehr wichtig.

 

 

 

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